Gegründet wurde der Verein am 06.05.1938. Das erste Protokollbuch ist leider abhanden gekommen. Am 31.12.1948 zählte der Verein 279 Mitglieder. Der damalige Vorsitzende war Hubert Schütz. 1949 trat der Verein mit einer großen Ausstellung an die Öffentlichkeit, die vom damaligen Vorsitzenden des Landesverbandes, Herrn Naumann, - im Beisein des Bürgermeisters Dortans und Stadtdirektor Feldhege eröffnet wurde. Die Ausstellung wurde von ca. 1.200 Personen besucht. Der Eintritt kostete 0,30 DM und das Vereinslokal war Tack. 1953 übernahm Josef Weyers den Posten des 1. Vorsitzenden. 1954 wurde mit ihm die Planung von 13 Kleingärten an der Karlstraße und 22 Kleingärten an der Eintrachtstraße begonnen.
1955 erfolgte die Bepflanzung der beiden Anlagen unter der Leitung vom Gartenmeister Albert Adler, die am 24.07.55 mit einer Begehung in der Anlage Karlstraße gefeiert wurde.
Im Jahre 1957 wurde Paul Berten 1. Vorsitzender, Josef Weyers übernahm den Posten des ersten Schriftführers. Im selben Jahr, genau am 22.06.1957, begann man mit dem Bau eines Kinderspielplatzes in der Anlage Eintrachtstraße. Und so ging es munter weiter. 1959 war Richtfest des kleinen Gemeinschaftshauses in der Anlage Karlstraße. Im Juni des selben Jahres wurde die Bundesgartenschau in Dortmund besucht. Zur gleichen Zeit wurde das Vereinslokal gewechselt, welches seitdem die Gaststätte Gartz ist.
1963 wurde das 25-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Bei einem internen Gartenwettbewerb wurden die Gärten der Gartenfreunde M. Hübsch und M. Klumpen, Sylvester Bouten, Anton Nowak, Heinrich Klaßen und Heinrich Heesen mit einer Urkunde ausgezeichnet.
Höhepunkt des Jubiläumsjahres war das Erntedankfest im Lokal Siemens. Etwa 300 Personen waren anwesend. Die Festrede hielt damals der Kreisvorsitzende Gartenmeister A. Adler. Hier wurde auch zum ersten Mal der Protektor des Vereins Theo Hutmachers herzlichst begrüßt.
1964 beteiligte sich sogar eine kleine Gruppe von Gartenfreunden am Rosenmontagszug. Im Jahre 1966 wurde Gartenfreund Hans Roubert zum 2. Vorsitzenden gewählt. Protektor Hutmachers stiftete mehrere Gartenbänke, die noch heute in beiden Anlagen stehen.
Ein Jahre später fand ein Wechsel an der Spitze statt, Gartenfreund Weyers übernahm den Posten des 1. Vorsitzenden, den er schon von 1953 bis 1956 inne hatte, Schriftführer wurde Willi Peters und 1. Kassierer Matthias Hübsch.
Gartenfreund Paul Berten wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Das Erntedankfest wurde erstmals im großen Saal des Hotels zur Post gefeiert. Von diesem Ereignis wird noch gerne in der heutigen Zeit von den älteren Gartenfreunden erzählt.
Einige Jahre später, nämlich 1972, wurde erstmalig mit einer Gartenbegehung begonnen. Sie fand in der Anlage Karlstraße statt und wurde dann wechselseitig in den beiden Anlagen durchgeführt.
Im Juni 1976 lud die Anlage Eintrachstraße zu einem Tag der offenen Tür ein. Hier wurde die Errungenschaft, nämlich der große Pilz, der heute noch steht, im Zentrum der Anlage eingeweiht. Die Begeisterung war groß, konnte man sich doch endlich irgendwo unterstellen oder gemeinsam feiern.
Die Anlage Karlstraße mit dem Vereinsnamen "Auf der Heide" war 1976 nicht untätig. Sie zog mit dem Bau einiger Gartenlauben nach. Anfang 1978 trat nach insgesamt 15 Jahren Vorsitz Josef Weyers zurück. Neuer Vorsitzender wurde Egidius Birker. Im Oktober wurde das 40-jährige Bestehen des Vereins im Lokal Overath gefeiert. Hier wurde Josef Weyers zum Ehrenmitglied ernannt, und abends traf man sich zum Erntedankfest im Kolpinghaus.
Auf der Jahreshauptversammlung 1980 wurde der langjährige 2. Vorsitzende Hans Roubert durch den Gartenfreund Heino Stockdreher abgelöst. Im Sommer 1981 wurde erstmalig seitens der Stadt Viersen eine Gartenprämierung durchgeführt. Hierbei errang die Anlage Eintrachtstraße den 2. Preis im Werte von 1.000,00 DM. Bis zum heutigen Tag konnte die Anlage, auch unter dem Vereinsnamen "Fischermanns Kull" bekannt, insgesamt 14 Urkunden für den Dülkener Verein erringen.
Im Oktober 1983 verstarb unser langjähriger Protektor Theo Hutmachers. Mit ihm hat der Verein einen großen Freund und Gönner verloren, war doch zum jährlichen Erntedankfest der 1. Preis, nämlich ein Fahrrad meistens sicher.
Nachdem am 14.12.1985 Egidius Birker verstarb, wurde auf der JHV 1986 Heino Stockdreher zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Im gleichen Jahr wurde in der Anlage Eintrachtstraße mit der Erneuerung der Innenumzäunung sowie neuen Gartentörchen begonnen. Aus eigenen Mitteln wurden noch neue Außentore hinzugekauft. Das innere Bild der Anlage bekam ein neues Aussehen. Heute verschönern zusätzlich Kletterrosen und Blumenrabatte die innere Umzäunung.
Im Oktober 1988 feierten wir unser 50-jähriges Bestehen mit einem Empfang in der Gaststätte Zum Overath. Vorsitzender H. St. Begrüßte eine große Schar von Gratulanten und Ehrengästen, unter ihnen den Präsidenten des Bundesverbandes der KG. Günter Gartz. Gartenfreund Hans Roubert hielt eine kurze Festrede. Abends feierte man das Erntedankfest im Kolpinghaus. Für Tanz und Unterhaltungsmusik sorgten damals die Hit Boy´s.
Nach fast 4-jähriger Amtszeit trat unser Vorsitzender H. St. 1989 zurück. Seinen Posten übernahm Gartenfreund Hans Roubert, um ihn dann nach nur 1-jähriger Amtszeit an den laqngjährigen Fachberater des Vereins Franz Stültgens zu übergeben.
Ein halbes Jahr später verstarb unser erster Schriftführer Willi Peters, der 22 Jahre ehrenamtlich für den Verein tätig war.
Auf der JHV 1992 wurde wieder gewechselt. Neuer 1. Vorsitzender wurde wieder H. St., der den Verein bis zum heutigen Zeitpunkt leitet. 1 Schriftführer wurde Hermann Frentzen, der ab 1996 den Posten als 2. Vorsitzenden übernahm.
Gerda Borkowsky wurde und ist bis heute noch 1. Schriftführerin des Vereins.
Im Jahre 1994 hatte es die Anlage Eintrachtstraße endlich geschafft. Die Außenumzäunung wurde in Angriff genommen. Eine komplette neue Umzäunung wurde aus finanziellen Gründen von der Stadt abgelehnt. Die Alternative war Anlieferung von Pflanzmaterial, um die Heckenlücken zu schließen, davor wurde ein Kaninchendraht gesetzt. Das komplette Material wurde vom Umwelt- und Grünflächenamt angeliefert, die Arbeiten wurden von den Gf der Anlage Eintrachtstraße in Eigenregie durchgeführt. Die Anlage war endlich dicht, man konnte aufatmen.
Das zweite Problem, die Hauptwege in der Anlage, waren in einem schlechten Zustand. Nach Frost- oder Regenperioden waren die Wege kaum begehbar. 1996 wurde hier Abhilfe geschaffen. Man begann in Eigenleistung den schlechten Bodenbelag auszuheben und gegen einen neuen auszutauschen. Das Material wurde wieder vom Umwelt- und Grünflächenamt angeliefert. Das Wegeproblem war erledigt, die Anlage glücklich.
Nicht weniger Probleme quälten die Anlage Karlstraße. Wie ein roter Faden zog sich der desolate Zustand der Innenumzäunung durch die Anlage. Der Rostfraß hatte den Zaun stark befallen und verlieh der Anlage ein häßliches Bild. Anfang 1997 war es soweit. Material wurde wieder von der Stadt geliefert. 400 m Zaun- und Kaninchendraht wurden von den Gartenpächtern der Anlage Karlstraße montiert. Anschließend verschönerte man den Zaun mit Kletterrosen. Zufrieden klopfte man sich auf die Schulter, Spaziergänger, die durch die offene Anlage gingen, nickten anerkennend.
Dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem 60-jährigen Vereinsleben, im Zeitrafferverfahren niedergeschrieben. Auch in den Jahren, die hier übersprungen wurden, ist sehr viel geschehen. Es gab Höhen und Tiefen im Verein. Vielen sind bestimmt noch die Studienfahrten, Besuche von Bundes- und Landesgartenschauen,den vielen Ausflugsfahrten, unseren Erntedankfesten, Adventessen, Gartenbegehungen, Fachvorträgen und vieles, vieles mehr in guter Erinnerung.
Wir können heute mit Stolz sagen, daß der Dülkener KG-Verein in seinem 60-jährigen Bestehen immer ein sehr reger und aktiver Verein war, eine gute Bilanz hat und auf soliden Füßen steht.
Nachpachtsorgen hat der Verein auch nicht. Es sind nicht allzuviel, die auf der Matte stehen, für den Verein reicht es aber.
Besonders hervorheben möchte ich den guten Zusammenhalt der Gartenfreunde untereinander ohne den wir nicht ein 60-Jähriges Bestehen feiern könnten. Hierzu gehört sicherlich auch ein persönliches Gespräch über den Gartenzaun, manchmal geschieht dies auch bei einer Flasche Bier.
Für die Stadt und seinen Bürgern sowie den Gartenfreunden sind beide Anlagen so etwas wie eine grüne Lunge, die von Vielen zum Bestaunen, zur Anregung, zum kritisieren, aber auch zur Erholung und zum kräftigen Durchatmen rege benutzt werden.
Zum Abschluß möchte ich noch hervorheben, daß ohne die gute Zusammenarbeit und Unterstützung des Stadtverbandes , sowie dem Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Viersen vieles in den Anlagen und im Verein nicht möglich gewesen wäre. Daher möchte ich hier an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön im Namen des Vereins für alle ihre Bemühungen aussprechen. In Zeiten Knapper Kassen wissen wir es besonders zu schätzen.
Ein Dankeschön auch an den 2. Vorsitzenden Hermann Frentzen, für die Unterstützung zur Ausarbeitung dieses historischen Rückblickes, sowie allen Gartenfreundinnen und Gartenfreunden, Helfern und Gönnern, die dem Verein stets mit Rat und Tat zur Seite standen.